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Bildrechte: Ralph Sondermann/MAIS NRW

Guntram Schneider

Wir werden mehr!
Die Zahl der Mitglieder im Förderverein der Mitternachtsmission geht auf die 100 zu. Wer verbirgt sich hinter den Namen in der Mitgliederliste? An dieser Stelle wollen wir einige Männer und Frauen aus den Reihen des Fördervereins vorstellen. Den Anfang macht unser Schirmherr Guntram Schneider.
Guntram Schneider stammt aus Gütersloh und lebt seit den achtziger Jahren in Dortmund. 1985 wurde er Vorsitzender des DGB-Kreises Dortmund, wechselte 1990 in die Vorstandsverwaltung der IG Metall nach Frankfurt und war von 1995 bis 2006 1. Bevollmächtigter der IG Metall-Verwaltungsstelle Münster. 2006 wurde er zum DGB-Landesvorsitzenden für NRW gewählt. Im Juli 2010 holte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft Guntram Schneider als Minister für Arbeit, Integration und Soziales in ihr Kabinett. Seit 2012 ist Schneider auch Landtagsabgeordneter. 2015 legte Guntram Schneider sein Ministeramt nieder.

Herr Schneider, der Förderverein hat sich sehr gefreut, dass Sie bereit waren, als Schirmherr für den Verein zu fungieren. Was hat Sie bewogen, diese Schirmherrschaft zu übernehmen?
Ich kenne die Arbeit der Mitternachtsmission seit Langem und bin von Anfang an Mitglied des Fördervereins. Die Mitternachtsmission ist in Dortmund eine außerordentlich geachtete Einrichtung und leistet eine großartige Arbeit. Da bin ich natürlich gern bereit, dieses Engagement als Schirmherr zu unterstützen. Vor allem auch die Leistung der Ehrenamtlichen.

Wie schätzen Sie den Stellenwert einer Organisation wie der Mitternachtsmission ein, die sich immer noch zum großen Teil aus Spenden finanzieren muss?
Eine Einrichtung wie die Mitternachtsmission setzt ein positives Zeichen in der Sozialpolitik und spielt auch in der Zivilgesellschaft eine große Rolle. Vieles von dem, was hier geleistet wird, könnten offizielle Stellen so gar nicht. Gerade bei den Frauen und Mädchen, um die sich die Mitternachtsmission kümmert, wird Staatlichkeit oft als negativ eingestuft. Da gelingt es viel besser, über persönliche Ansprache Vertrauen zu gewinnen.
Abgesehen von der ideellen Unterstützung: Sehen Sie Möglichkeiten, Ihre sozialpolitischen Kontakte für den Förderverein und die Mitternachtsmission noch in anderer Weise einzubringen?
In Düsseldorf bei den Ministerien genießt die Mitternachtsmission einen sehr guten Ruf. Natürlich werde ich meine Möglichkeiten nutzen, um die Arbeit der Einrichtung auch von hier aus zu unterstützen. Vor allem braucht die Mitternachtsmission mehr finanzielle Zuwendungen, um ihre Arbeit auch zukünftig verlässlich leisten zu können.
Wie schätzen Sie das neue Prostituiertenschutzgesetz ein? Sinnvoll oder eher nicht?
Meiner Meinung nach ist es durchaus noch verbesserungswürdig. Es enthält zu viele Einschränkungen, die sehr theoretisch und wenig praxisnah sind. Darin könnte eine Gefahr liegen, dass viele Prostituierte wieder in die Illegalität getrieben werden. Sehr bedauerlich, wenn man bedenkt, dass es Organisationen wie der Mitternachtsmission zu verdanken ist, dass diese Frauen aus der Illegalität herausgeholt wurden.

(Text: Heike Becker-Sander, 2016)