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Team der Mitternachtsmission:

Streetwork mit Kindern und Jugendlichen

Andrea Hitzke

Silvia Vorhauer

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Ihr Einstieg bei der Mitternachtsmission sollte eigentlich nur „auf Zeit“ sein. „Ich musste auf einen Platz in einer Umschulungsmaßnahme warten und wollte mit der Arbeit bei der Mitternachtsmission die Zeit sinnvoll überbrücken“, erinnert sich Andrea Hitzke, Leiterin der Dortmunder Mitternachtsmission. Das war 1988. Den Umschulungsplatz brauchte sie später allerdings nicht mehr. „Ich bin stattdessen in eine Projektstelle als Streetworkerin der Mitternachtsmission gewechselt.“ Und spätestens von da an hat die heute 54-Jährige ihr Engagement für die Arbeit im Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution nicht mehr losgelassen.

Andrea Hitzke absolvierte anschließend ein Studium für Soziale Arbeit an der Ev. Fachhochschule Bochum, das sie 1997 abschloss. Anschließend arbeitete sie als stellvertretende Leiterin der Mitternachtsmission weiter bis sie 2012 die langjährige Chefin Jutta Geißler-Hehlke an der Spitze der Hilfeeinrichtung ablöste.

Im Laufe der Jahre hat Andrea Hitzke sich in vielen Bereichen der Arbeit für Prostituierte eingesetzt. Sie baute unter anderem die Streetwork in der Beschaffungsprostitution auf, kümmerte sich schon früh um Kinder und Jugendliche, die auf dem Strich gelandet waren und widmete sich intensiv der Hilfe für Opfer von Menschenhandel. Ein Bereich, der auch heute noch einen großen Teil ihrer Arbeit und der Arbeit der Mitternachtsmission ausmacht und für den das Team an der Dudenstraße landesweit tätig ist.

Waren es vor Jahren noch vor allem Frauen aus Bulgarien, die als Opfer von Menschenhandel in Dortmund Hilfe und Schutz bei der Mitternachtsmission fanden, kommen die Frauen und Mädchen heute vermehrt aus afrikanischen Ländern aber auch aus Albanien und dem Kosovo. „Die größte Gruppe von Frauen stammt derzeit aus Nigeria“, berichtet Andrea Hitzke. Von den 216 Opfern von Menschenhandel, die 2015 von der Dortmunder Mitternachtsmission betreut wurden, stammten mehr als die Hälfte aus Afrika.

Elend, Angst, Gewalt und Hoffnungslosigkeit. Damit wird die Mitternachtsmission täglich in ihrer Arbeit konfrontiert. Wie erträgt man das? „Man muss sich immer wieder neu motivieren“, so die 54-Jährige. „Und man braucht dazu ein so tolles Team wie wir es hier bei der Mitternachtsmission haben.“ Was Andrea Hitzke als besonders empfindet, ist das gute Ansehen, dass ihre Einrichtung genießt. „Zum einen kommen inzwischen Frauen gezielt zu uns“, berichtet sie. Manche warteten schon früh morgens vor der Tür. „Zum anderen haben wir in Dortmund ein sehr gut funktionierendes Netzwerk, in dem unsere Meinung nachgefragt und wertgeschätzt wird.“

(Text: Heike Becker-Sander, 2016)